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03.04.2018 | Noerr | Mitteilung der Pressestelle
Noerr Competition Day 2018: Kartellrechtliche Herausforderungen – Digitalisierung und Internationalisierung

München, 28. März 2018.

Mehr als 130 Experten aus dem In- und Ausland haben auf dem siebten Noerr Competition Day die Herausforderungen von Digitalisierung und Internationalisierung diskutiert. Auf der Agenda standen zudem Themen wie Best practices bei internen Ermittlungen, Herausforderungen bei der Einführung von Kartellrechts-Compliance-Programmen in Mittel- und Osteuropa und F&E unter Wettbewerbern.

Angesprochen auf die Zukunft von Kartellrechts-Compliance im digitalen Zeitalter argumentierte Philipp Berger, CTO bei neXinio, dass die Notwendigkeit bestehe, kartellrechtliche Prämissen bereits in Algorithmen einzuprogrammieren – das wäre dann Compliance by Design. So verlockend dies auch klingen mag, ändert es jedoch nichts an der kartellrechtlichen Verantwortung von Unternehmen, wenn sie sich auf Algorithmen verlassen. In diesem Zusammenhang äußerte Sandro Gleave, Bundeskartellamt, Bonn, dass die kartellrechtlichen Werkzeuge der bisherigen Welt grundsätzlich auch in der digitalen Realität funktionieren.

Zwischen den Teilnehmern bestand Einigkeit, dass die Digitalisierung Behörden, Unternehmen, Anwaltschaft und Wettbewerbsökonomen vor neuartige, aber auch spannende Herausforderungen stellt. Alexander Birnstiel, Leiter der Praxisgruppe Antitrust & Competition der Kanzlei Noerr, zog daher insbesondere das Fazit, dass alle Markteilnehmer lernen müssen, die sich immer schneller entwickelnde Digitalisierung der Geschäftsmodelle mit einer gleichermaßen agilen wie zuverlässigen kartellrechtlichen Bewertung in Einklang zu bringen.

Die Digitalisierung unterstreicht eindrucksvoll die „schöpferische Zerstörung“ des Wettbewerbsprozesses. Vor diesem Hintergrund ist eine enge Verzahnung zwischen Wirtschaft, Anwaltschaft und Wettbewerbsbehörden wichtiger denn je, um zeitnah, rechtssicher und zielführend auf den ständigen dynamischen Erneuerungsprozess reagieren zu können. Diesem Anliegen sieht sich der Competition Day verpflichtet.

Dass die Themen und die kartellrechtliche Praxis zunehmend internationaler werden, zeigte zudem der Kreis der Referenten in diesem Jahr: Neben Elizabeth Prewitt, Hughes Hubbard and Reed LLP, New York, und Youngjin Jung, Kim & Chang, Seoul, sowie Zsuzsa Cserhalmi, Digital Single Market Task Force, Europäische Kommission, Brüssel, sprachen unter anderem Natalie Harsdorf, Bundeswettbewerbsbehörde, Wien, und Urs Müller, Zimmer Biomet, Winterthur.

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