Pressemitteilungen
Die HeiterBlick-Gruppe („HEITERBLICK“) mit Sitz in Leipzig wird künftig gemeinsam mit dem polnischen Schienenfahrzeughersteller PESA Bydgoszcz S.A. („PESA“) fortgeführt. HEITER BLICK ist ein traditionsreicher Hersteller technisch anspruchsvoller und individuell konfigu rierter Stadt- und Straßenbahnen für Verkehrsbetriebe in namhaften deutschen Großstädten. Das Unternehmen verfügt über langjährige Expertise in Konstruktion, Projektmanagement und Endmontage komplexer Schienenfahrzeuge und zählt zu den wenigen mittelständischen Stra ßenbahnherstellern im deutschsprachigen Raum.
Nach mehreren erfolgreichen Projektjahren geriet die Unternehmensgruppe infolge der Aus wirkungen der COVID-19-Pandemie, erheblicher Lieferkettenstörungen, stark gestiegener Ma terial-, Energie- und Personalkosten sowie Verzögerungen in laufenden Kundenprojekten zu nehmend unter finanziellen Druck. Mit Beschluss des Amtsgerichts Leipzig vom 1. Juli 2025 wurden daher Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über die HeiterBlick GmbH und die Hei terBlick Straßenbahnen GmbH eröffnet.
Im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses konnte mit PESA eine langfristige Lösung für die Zukunft der HEITERBLICK-Gruppe gefunden werden. PESA zählt zu den führenden europäischen Herstellern von Schienenfahrzeugen und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Regionalzügen, Straßenbahnen und Triebzügen. Während des Investorenprozesses hatte PESA gemeinsam mit HEITERBLICK bereits an Lösungen zur Stabilisierung laufender Kundenprojekte gearbeitet.
Sigma Corporate Finance GmbH („Sigma Corporate Finance“) begleitete die Eigenverwaltung als exklusiver M&A-Berater bei der Durchführung des internationalen Investorenprozesses.
Parallel unterstützten die Restrukturierungsberatung Falkensteg sowie ein Team der Kanzlei Baker Tilly um Dr. Adrian Bölingen die Geschäftsführung im Rahmen der Eigenverwaltung ins besondere bei der Stabilisierung des operativen Geschäftsbetriebs, der Sicherung der Vorfinan zierung komplexer Fahrzeugprojekte sowie bei den Verhandlungen mit Banken, Bürgschafts gebern, Lieferanten und kommunalen Auftraggebern. Der gerichtlich bestellte Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt von White & Case begleitete und überwachte das Verfahren im Interesse der Gläubiger und wirkte maßgeblich an den Verhandlungen mit Finanzierern und öffentlichen Auftraggebern mit.
Ziel der Transaktion war neben der nachhaltigen Rekapitalisierung insbesondere die Siche rung der laufenden Kundenprojekte sowie der Erhalt des Produktionsstandorts Leipzig. Die HEITERBLICK-Gruppe verfügt über einen langfristigen Auftragsbestand im Bereich Stadt- und Straßenbahnen und plant gemeinsam mit PESA den weiteren Ausbau des Geschäfts im deut schen und europäischen Markt. PESA beabsichtigt, den Standort Leipzig als zentrale Plattform für das westeuropäische Straßenbahngeschäft weiterzuentwickeln und sämtliche rund 250 Arbeitsplätze zu erhalten.
Tillmann Peeters, Generalbevollmächtigter von HEITERBLICK und Partner bei Falkensteg, er gänzt: „Die Kombination aus Insolvenzplanlösung und dem strategischen Einstieg von PESA schafft eine industriepolitisch überzeugende Perspektive für den Standort Leipzig. Die Zusam menarbeit aller Beteiligten war in einem äußerst anspruchsvollen Umfeld von hoher Professio nalität und Lösungsorientierung geprägt. Insbesondere SIGMA hat den internationalen Investo renprozess auch in kritischen Phasen sehr strukturiert und mit großem Engagement begleitet.“
Dr. Andreas Kleinschmidt, Partner bei White & Case und gerichtlich bestellter Sachwalter, er klärt: „Der Einstieg von PESA ist ein sehr gutes Ergebnis für kommunale Kunden, Gläubiger und Beschäftigte. Die einstimmige Annahme der Insolvenzpläne und die nun mögliche Integra tion in einen starken europäischen Fahrzeughersteller schaffen die Grundlage, laufende Projek te verlässlich abzuwickeln und zusätzliche Wachstumschancen im europäischen ÖPNV-Markt zu erschließen. Der von SIGMA geführte Investorenprozess war dabei jederzeit professionell, strukturiert und von einem hohen Maß an Transaktionssicherheit geprägt.“