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Waldsassen, 2. November2026 – Bei der Ghost-Bikes GmbH mit Sitz im bayerischen Waldsassen sollen die Restbestände an Fahrrädern mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens en bloc an einen Händler verkauft werden. Anschließend wird der Geschäftsbetrieb in Abstimmung mit den gesicherten Gläubigern geordnet eingestellt. Im Investorenprozess für die gesamte Accell Group hat sich für die Gläubiger der Ghost Bikes GmbH keine tragfähige Lösung ergeben.
Die Ghost-Bikes GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Accell Germany GmbH. Sie hat gemeinsam mit ihrer Muttergesellschaft und den Schwestergesellschaften Winora Staiger GmbH und Engelbert Wiener Bike Parts GmbH am 5. August 2026 beim Amtsgericht Schweinfurt einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. In der Eigenverwaltung bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Das Gericht setzt keinen Insolvenzverwalter ein, sondern einen Sachwalter, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger überwacht.
Seit der Anordnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens hat das Team von Grub Brugger unter der Führung des Sanierungsexperten Martin Mucha gemeinsam mit der Geschäftsführung um Joost van Schaik die Sanierung der deutschen Accell Gruppe vorangetrieben und intensiv nach Lösungen für die Ghost-Bikes GmbH gesucht. In einem aus den Niederlanden professionell gesteuerten internationalen Investorenprozess wurden zahlreiche Interessenten angesprochen und verschiedene Fortführungsoptionen geprüft. Für die Ghost-Bikes GmbH ergab sich daraus schlussendlich aber keine tragfähige Lösung.
Bei Insolvenzeröffnung beschäftigt die Ghost-Bikes GmbH noch 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit der Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs Anfang September 2026 hat die Eigenverwaltung Fahrräder aus den vorhandenen Beständen an den Fachhandel verkauft. Die Eigenverwaltung dankt den Fachhändlern für ihre Unterstützung in dieser Zeit. Die Restbestände sollen nun en bloc an einen Händler verkauft werden. Einzelbestellungen bei der Ghost-Bikes GmbH sind deshalb ab Insolvenzeröffnung leider nicht mehr möglich.
Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Ghost-Bikes GmbH wurde am 1. November 2026 eröffnet.
„Ich bedauere es sehr, dass sich trotz intensiver Bemühungen keine Fortführungslösung für die Ghost-Bikes GmbH ergeben hat. Uns bleibt nur, den Betrieb geordnet herunterzufahren. Ich hoffe, dass alle Mitarbeitenden des Unternehmens schnell eine neue Anstellung finden können“, erklärt der Sanierungsexperte Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger, Stuttgart. Er ist für die Dauer des Eigenverwaltungsverfahrens als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eingetreten und unterstützt gemeinsam mit seinem Team und vor allem seinem Partnerkollegen Dr. Hans Konrad Schenk und Markus Berger die Geschäftsführung bei der Restrukturierung.
„Ghost Bikes ist eine Traditionsmarke mit treuen Kundinnen und Kunden. Es schmerzt mich, dass wir für das Unternehmen keine Zukunftslösung finden konnten. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen in Waldsassen für ihren Einsatz“, erklärt Joost van Schaik für die Geschäftsführung der Ghost-Bikes GmbH.
„Wir waren von Anfang an eng in den Investorenprozess eingebunden. Für die Ghost-Bikes GmbH lag am Ende jedoch kein Angebot vor, das die Gläubiger bessergestellt hätte als ein geordneter Abverkauf der Bestände. Dieser Weg ist wirtschaftlich die beste Option; deshalb gehen wir ihn mit. Wir werden die Umsetzung weiter eng begleiten und darauf achten, dass die Bestände bestmöglich im Sinne der Gläubiger verwertet werden“, sagt der Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen. Er überwacht im Eigenverwaltungsverfahren die Geschäftsführung.
Die Ghost-Bikes GmbH ist über die Accell Germany GmbH Teil der internationalen Accell Group, die die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft KKR & Co. 2022 mehrheitlich erworben hatte. Unmittelbar nach der Übernahme kam es wegen des Abflauens des Covid-bedingten Fahrradbooms zu einer noch immer andauernden Absatz- und Preiskrise im Fahrradmarkt. Trotz umfangreicher finanzieller Restrukturierungsmaßnahmen in den Jahren 2024 und 2025 gelang keine nachhaltige Sanierung. Ein daraufhin eingeleiteter strukturierter Verkaufsprozess für die gesamte Accell Group scheiterte. In der Folge stellte die Accell Group in zahlreichen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union Insolvenzanträge, darunter in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Ungarn und in den Niederlanden.
Ein Team der Kanzlei Grub Brugger Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB begleitet die deutschen Gesellschaften der Accell Group im Zuge der Eigenverwaltungsverfahren. Die betriebswirtschaftliche Beratung erfolgt durch Bachert & Partner Unternehmensberatung. Als Sachwalter ist Rechtsanwalt Dr. Stefan Debus bestellt, Partner der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen.
Über Ghost-Bikes
Die Ghost-Bikes GmbH mit Sitz in Waldsassen ist eine Tochtergesellschaft der Accell Germany GmbH und Teil der internationalen Accell Group, einem weltweit agierenden Fahrradkonzern. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Fahrräder und E-Bikes unter der Marke Ghost. Derzeit beschäftigt die Ghost-Bikes GmbH 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Über Grub Brugger
Seit über sechs Jahrzehnten agiert Grub Brugger national und international, derzeit mit Standorten in Stuttgart, Frankfurt am Main, München und Freiburg. Seit der Gründung 1965 hat sich die Kanzlei konsequent auf das Insolvenz-, Sanierungs- und Wirtschaftsrecht ausgerichtet. Die Beratung von Unternehmen in der Krise und deren Gläubigern, die Insolvenzverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren und Kreditinstituten haben das Profil von Grub Brugger maßgeblich geprägt. Grub Brugger ist eine vielfach seit Jahren in der Fach- und Wirtschaftspresse ausgezeichnete Kanzlei und gehört deutschlandweit zu den führenden Adressen in der Insolvenz- und Sanierungsberatung sowie in der Insolvenz- und Eigenverwaltung. Mehr unter www.grub-brugger.de
Martin Mucha ist Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Partner der Kanzlei Grub Brugger und laut JUVE-Handbuch Wirtschaftskanzleien 2025/2026 wiederholt einer der führenden Namen in der Insolvenzverwaltung in Deutschland. Ebenfalls wurde Martin Mucha zuletzt im Ranking der WirtschaftsWoche unter den renommiertesten Anwälten für Restrukturierung aufgeführt. Die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung hat Martin Mucha im Jahr 2023 den Award „Eigenverwalter/in des Jahres“ verliehen. Das Handelsblatt hat Martin Mucha im gleichen Jahr zum Anwalt des Jahres im Bereich Restrukturierung und Insolvenzrecht ausgezeichnet. Martin Mucha ist u. a. Mitglied im Gravenbrucher Kreis und im Fachausschuss für Insolvenzrecht der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK).
Dr. Hans Konrad Schenk ist Partner bei Grub Brugger am Standort Frankfurt am Main und wurde zuletzt von der WirtschaftsWoche und dem Handelsblatt als einer der führenden Anwälte in Deutschland für Restrukturierung bzw. Insolvenzrecht ausgezeichnet.
Die eigenverwaltende Schuldnerin wird während des gesamten Verfahrens rechtlich durch die Kanzlei Grub Brugger Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB beraten. Zum Team gehörten Martin Mucha (Federführung, Stuttgart), Markus Berger, Julia Bäuml-Zettelmann und Maximilian Walter. Die arbeitsrechtliche Beratung erfolgt durch Manon Hotz und Ann-Kristin Joerres.
Über Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen
Die Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen ist eine seit vielen Jahren auf Sanierung und Insolvenzverwaltung spezialisierte Sozietät von Rechtsanwälten in München, Nürnberg und anderen bayerischen Städten. Insgesamt sieben Verwalter bearbeiten Insolvenzverfahren an zahlreichen Amtsgerichten in Bayern und Thüringen. Zu den besonderen Stärken der Kanzlei zählen neben der übertragenden Sanierung auch das Insolvenzplanverfahren, die Eigenverwaltung sowie Konzern- und Gruppeninsolvenzen. www.mhbk.de
Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus ist spezialisiert auf Betriebsfortführungen und Sanierungen und wird seit vielen Jahren von zahlreichen Gerichten bei Unternehmens-Insolvenzverfahren bestellt. Er verfügt u. a. in den Branchen Automotive, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Soziales und Gesundheitswesen, Maschinenbau, Gastronomie und im Bauwesen über große Expertise. Dr. Debus ist Mitglied im Verband Insolvenzverwalter Deutschlands e. V. (www.vid.de) und stellvertretender Vorsitzender des Hamburger Kreises für Sanierungs- und Insolvenzsteuerrecht e.V. In den Rankings der Publikationen The Legal 500 Deutschland, Juve Handbuch Wirtschaftskanzleien, WirtschaftsWoche und Handelsblatt wird Dr. Debus als hervorragender Anwalt empfohlen.