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(Jessen, 15. April 2026) Am 1. April 2026 wurde am Amtsgericht Dessau-Roßlau das gerichtliche Regelinsolvenzverfahren über das Vermögen der PORKY Gröden Schweinezucht und MAST GmbH eröffnet. Der landwirtschaftliche Betrieb wollte eigentlich expandieren, geriet jedoch aufgrund der aktuell sehr komplexen Marktbedingungen in Europa und eines daraus resultierenden erheblichen Preisverfalls beim Schweinefleisch in eine wirtschaftliche Krise. „Ziel des Insolvenzverfahrens ist es nun, den Betrieb langfristig fortzuführen und durch einen Investor zu stärken. Dabei steht insbesondere die ununterbrochene Versorgung der rund 30.000 Tiere sowie deren vollständige und bestmögliche Veräußerung bis zum Sommer unter Wahrung des Tierwohls im Fokus. Ich bin zuversichtlich, dass es dem Sanierungsteam gelingen wird, eine tragfähige Fortführungslösung zu entwickeln. Der Kern des Unternehmens ist gesund“, erklärt Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus von der Kanzlei VOIGT SALUS, der vom Gericht zum Insolvenzverwalter bestellt wurde.
Der Geschäftsbetrieb läuft bereits seit dem vorläufigen Insolvenzverfahren ohne Einschränkungen weiter. Geschäftsführer Dr. Martin Pfützner betont: „Dies ist für das Erreichen unserer Ziele im Insolvenzverfahren von zentraler Bedeutung und nur durch den unermüdlichen Einsatz unserer rund 50 Mitarbeiter möglich. Für diese Loyalität und Einsatzbereitschaft möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Mit ihrer Unterstützung bin ich guter Dinge, den Betrieb auf eine nachhaltig stabile Grundlage stellen zu können.“
Investorensuche läuft auf Hochtouren
PORKY verfügt über mehrere landwirtschaftliche Flächen und Betriebsstandorte, unter anderem in Gröden, Steinsdorf und Gorsdorf. Im Fokus potenzieller Investoren steht insbesondere die große Schweinezuchtanlage in Gröden. Mit nahezu 4.000 Stallplätzen für Zuchtsauen zählt sie zu den größten Anlagen ihrer Art in Deutschland und verfügt über eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) – eine Genehmigung, die für Anlagen dieser Größenordnung heute hierzulande nur noch schwer zu erhalten ist.
Die Suche nach einem geeigneten Investor ist bereits angelaufen und stößt auf erste positive Resonanz: Mehrere mögliche Investoren haben ihr Interesse signalisiert. Der strukturierte M&A-Prozess wird durch Sven Peters von der Unternehmensberatung Centuros gesteuert. „Wir führen derzeit Gespräche mit verschiedenen potenziellen Investoren und sind zuversichtlich, einen leistungsstarken Partner für das Unternehmen zu finden“, sagt Sven Peters.
Preisverfall und Marktdruck führen zur Krise
Die Insolvenz ist auf mehrere zusammenwirkende wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen. Ein wesentlicher Auslöser waren internationale Handelskonflikte, insbesondere Strafzölle in China, die zu erheblichen finanziellen Einbußen im Exportgeschäft führten. Zusätzlich verschärfte sich die Situation Ende 2025 durch einen massiven Preisverfall auf dem Schweinefleischmarkt. Ursache hierfür war ein Überangebot, das unter anderem durch den verstärkten Import von preisgünstigem spanischem Schweinefleisch, etwa Serranoschinken, nach Deutschland entstand. Infolgedessen gelangten große Fleischmengen zu niedrigen Preisen auf den deutschen Markt. Der daraus resultierende Preisdruck zwang PORKY, seine Produkte zu Preisen anzubieten, die teilweise weit unter den eigenen Herstellungskosten lagen: Im Januar und Februar 2026 wurden zum Beispiel gerade einmal 60 Prozent der Herstellungskosten gedeckt. Diese Entwicklung stellte den zentralen Grund für die aktuelle finanzielle Krise dar. Hinzu kommt, dass das Unternehmen ursprünglich Expansionspläne verfolgte: Zusätzliche Investitionen erfolgten unter anderem in den Tierschutz, gleichzeitig entstanden zusätzliche finanzielle Verpflichtungen. Außergerichtliche Sanierungsmaßnahmen konnten die wirtschaftliche Lage nicht nachhaltig stabilisieren. Infolgedessen sah sich der Geschäftsführer gezwungen, einen Insolvenzantrag zu stellen. Am 24. Februar 2026 wurde das Verfahren eingeleitet.
Über die PORKY Gröden Schweinezucht und MAST GmbH
Die PORKY Gröden Schweinezucht und Mast GmbH mit Sitz in Jessen (Elster) ist im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung tätig und auf die Schweinezucht sowie Schweinemast spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeiter und konzentriert sich auf die Aufzucht und Haltung von etwa 30.000 Schweinen im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion. Ziel ist die Versorgung nachgelagerter Verarbeitungsstufen innerhalb der Fleischwirtschaft.
Über die Kanzlei VOIGT SALUS
Die in Berlin beheimatete und an mehreren Standorten in Deutschland ansässige Sozietät VOIGT SALUS ist bereits in mehr als 4.500 Restrukturierungs- und Sanierungsverfahren als Berater, Eigenverwalter, Sachwalter und Insolvenzverwalter tätig gewesen. Kanzleigründer Joachim Voigt-Salus und sein engagiertes Team verfügen über die nötige Erfahrung, um auch bei der Krise großer Unternehmen innerhalb kürzester Zeit einen Sanierungsprozess erfolgreich und nachhaltig zu gestalten.
Über Centuros
Centuros ist eine auf den Mittelstand spezialisierte Beratungsgesellschaft. Seit der Gründung im Jahr 2014 unterstützt das Unternehmen mit rund 30 Beraterinnen und Beratern an vier deutschen Standorten Mandanten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Centuros arbeitet unabhängig und ausschließlich im Interesse seiner Auftraggeber. Viele Kreditinstitute erkennen das Unternehmen als Sanierungsberater an und empfehlen es regelmäßig in entsprechenden Engagements.