Pressemitteilungen

17.06.2026 | | Mitteilung der Pressestelle
Kein Investor für Fliesenhersteller Panariagroup Deutschland

Leisnig, 16. Juni 2026. Der insolvente Fliesenhersteller Panariagroup Deutschland GmbH fährt zum Monatsende vorsorglich die Produktion herunter. Ein Investor, der den Geschäftsbetrieb zum 1. Juli übernimmt, ist nicht in Sicht. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Heintze von der Kanzlei BBL Brockdorff hat die Beschäftigten heute in einer Mitarbeiterversammlung informiert und bereitet nun die Sicherung der Produktionsanlagen vor.

Der Fliesenhersteller mit Hauptsitz im sächsischen Leisnig erwirtschaftet erhebliche Verluste. Weil die Löhne und Gehälter der Beschäftigten im vorläufigen Insolvenzverfahren von der Agentur für Arbeit übernommen werden, konnte der Geschäftsbetrieb bislang durch den vorläufigen Insolvenzverwalter aufrechterhalten werden. Parallel dazu hatte Heintze die Investorenverhandlungen fortgesetzt und forciert, die das Unternehmen seit Jahresanfang führt.

Allerdings gibt es bis heute keinen Investor, der bereit ist, den laufenden Geschäftsbetrieb ab dem 1. Juli zu übernehmen. Und Ende Juni endet der Insolvenzgeldzeitraum, so dass die Verluste wieder voll durchschlagen. „Als Insolvenzverwalter darf ich ein Unternehmen nur fortführen, wenn dadurch keine Nachteile für die Gläubiger entstehen“, erläutert Heintze. „Das wäre ab dem 1. Juli der Fall.“

Um Schäden an den Anlagen zu vermeiden und die Tür für einen Erhalt des Standorts weiter offen zu halten, werden nun die Brennöfen kontrolliert heruntergefahren. Dies ist ein Prozess, der mehrere Tage dauert. Der Verkauf von Fliesen und Vorräten läuft unterdessen weiter. Ein Wiederanfahren der Produktion ist grundsätzlich möglich. Als denkbare Option steht noch im Raum, dass ein potenzieller Investor zu einem späteren Zeitpunkt die Produktionsanlagen übernimmt. Derzeit verhandelt das Unternehmen mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters mit allen Beteiligten, insbesondere mit dem Gesamtbetriebsrat, wie mit der Situation umzugehen ist.

Die Panariagroup Deutschland GmbH gehört seit 2024 zur italienischen Panariagroup Industrie Ceramiche und hatte im April Insolvenz angemeldet. Wie viele Unternehmen der Baubranche ist die Panariagroup Deutschland von der aktuell schwachen Baukonjunktur und den hohen Energiepreisen betroffen.

Seit dem Produktionsstart im Jahr 1997 fertigt das Werk in Leisnig auf einer Fläche von rund 16 Hektar Wandfliesen für den europäischen Markt. Daneben unterhält das Unternehmen noch zwei weitere Standorte – darunter ein Lager im baden-württembergischen Mühlacker. Der Fliesenhersteller vertreibt unter einem Dach verschiedene Produkte der europaweit bekannten Marken „Steuler Design“, „Grohn“, „Nordceram“, „Kerateam“ und „Zwei Outdoor“.

Über BBL Brockdorff BBL gehört seit vielen Jahren zu den bundesweit führenden Kanzleien mit klarem Fokus auf Sondersituationen – Restrukturierung, Sanierung und Insolvenz. Mit mehr als 200 Mitarbeitenden, darunter 50 Anwältinnen und Anwälten, ist die Kanzlei deutschlandweit präsent, zudem gibt es ein Büro in London.

www.bbl-law.com

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