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28.10.2026 | | Mitteilung der Pressestelle
Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen: Maschinenbau Leicht GmbH stellt Insolvenzantrag

• Operativer Geschäftsbetrieb läuft vollumfänglich weiter

• Löhne und Gehälter der knapp 330 Mitarbeitenden sind über Insolvenzgeld gesichert

• Vorläufiger Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus prüft sämtliche Fortführungsoptionen

Bamberg, 27. Oktober 2026 – Das Amtsgericht Bamberg hat am Dienstag die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Maschinenbau Leicht GmbH (MBL) mit Sitz im oberfränkischen Hallstadt angeordnet und den Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (Nürnberg) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das Unternehmen ist Teil der Mey Group und als Systemlieferant und Auftragsfertiger im Maschinen- und Anlagenbau tätig. MBL hatte am 23. Oktober 2026 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Der operative Geschäftsbetrieb von Maschinenbau Leicht läuft uneingeschränkt weiter. Kundenaufträge werden weiterhin bearbeitet und laufende Projekte planmäßig umgesetzt. Die knapp 330 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, zu denen auch 38 Auszubildende zählen, wurden bereits über die aktuelle Situation informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sind voraussichtlich bis Ende des Jahres über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Dr. Stefan Debus und sein Team haben unmittelbar nach Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung begonnen, sich einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Gesamtsituation von Maschinenbau Leicht zu verschaffen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird in den kommenden Wochen sämtliche Fortführungsoptionen für das Unternehmen prüfen. Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, die Substanz zu sichern und eine tragfähige Lösung für die Zukunft von MBL zu entwickeln. Da eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens voraussichtlich die Einbindung neuer Gesellschafter oder Projektpartner voraussetzt, hat der vorläufige Insolvenzverwalter kurzfristig einen strukturierten M&A-Prozess aufgesetzt.

Vorläufiger Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus: „Ausschlaggebend für die wirtschaftliche Schieflage ist eine akute Liquiditätslücke, kein strukturelles Problem. Die Auftragsbücher sind voll, und Maschinenbau Leicht befindet sich mitten in einem Transformationsprozess hin zu einem diversifizierten Unternehmen, unter anderem mit Kunden aus den Wachstumsbereichen Rüstungs- und Medizintechnik sowie Energie. Mit seinen spezialisierten Mitarbeitenden verfügt das Unternehmen über Know-how, das am Markt gefragt ist. Ich sehe daher gute Chancen, einen geeigneten Investor zu finden, der den eingeschlagenen Weg weitergeht.“

Das Leistungsspektrum von MBL umfasst die Fertigung von Baugruppen, Maschinenteilen und endmontierten Anlagen sowie Stahlbau, Großteilbearbeitung, mechanische Fertigung, Montage und Qualitätssicherung. Der breit diversifizierte Kundenstamm umfasst namhafte Unternehmen aus dem Werkzeugmaschinen- und Anlagenbau, der Antriebstechnik, aber auch aus dem Defence-Bereich, der Luftfahrt, der Medizintechnik sowie aus Energie und Umwelt.

Nach Angaben von MBL-Geschäftsführer Jochen Michael Schmidt zeigt die Ende 2024 eingeleitete strategische Neuausrichtung bereits positive Effekte. Durch die gezielte Diversifizierung und den Ausbau des Geschäfts in den Wachstumsbranchen Energie, Rüstung und Medizintechnik stieg der Auftragseingang 2025 gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent. Im laufenden Jahr rechnet MBL mit einer Steigerung von 44 bis 48 Prozent im Vergleich zu 2024. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über einen substanziellen Auftragsbestand mit langfristigen Kundenaufträgen und Projektperspektiven bis 2030, der eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung bildet.

MBL-Geschäftsführer Jochen Michael Schmidt: „Das Insolvenzverfahren bietet die Chance, unser über Jahrzehnte gewachsenes Spezialwissen, unsere langjährig gewachsenen Kundenbeziehungen und die strategische Neuausrichtung auf eine tragfähige Basis zu stellen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, die Aktivitäten in den Zukunftsmärkten und unsere Kompetenz im Werkzeugmaschinenbau konsequent weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Kunden, Partnern sowie potenziellen Investoren die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens zu schaffen.“

Über Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen

Die Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen ist eine seit vielen Jahren auf Sanierung und Insolvenzverwaltung spezialisierte Sozietät von Rechtsanwälten in München und anderen bayerischen Städten. Insgesamt sieben Verwalter bearbeiten Insolvenzverfahren an zahlreichen Amtsgerichten in Bayern und Thüringen. Zu den besonderen Stärken der Kanzlei zählen neben der übertragenden Sanierung auch das Insolvenzplanverfahren, die Eigenverwaltung sowie Konzern- und Gruppeninsolvenzen. Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus ist spezialisiert auf Betriebsfortführungen und Sanierungen und wurde bereits in einer Vielzahl von Unternehmens-Insolvenzverfahren bestellt. Über große Expertise verfügt er in den Branchen Automotive, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Soziales und Gesundheitswesen, Maschinenbau, Gastronomie und in der Baubranche. Dr. Debus hat u.a. die Insolvenzen von Accell Germany GmbH, Feilo Sylvania Germany GmbH, Opti-Wohnwelt sowie der Pressmetall-Gruppe begleitet. Dr. Debus ist an den Kanzlei-Standorten Nürnberg und Regensburg tätig. Er ist Mitglied im Verband Insolvenzverwalter Deutschlands e.V. (www.vid.de) und stellvertretender Vorsitzender des Hamburger Kreis für Sanierungs- und Insolvenzsteuerrecht e.V. In den Branchen-Rankings ‚The Legal 500 Deutschland‘, ‚Best Lawyers/Deutschlands beste Anwälte‘ und ‚Juve Handbuch Wirtschaftskanzleien‘ wird Dr. Debus regelmäßig als Top-Anwalt empfohlen. Weitere Informationen unter www.mhbk.de

Über Maschinenbau Leicht GmbH

Die Maschinenbau Leicht GmbH (MBL) mit Sitz in Hallstadt ist Systemlieferant und Auftragsfertiger im Maschinen- und Anlagenbau. Das 1965 gegründete Unternehmen fertigt Maschinenteile, Baugruppen und endmontierte Anlagen. Spezialisiert ist es auf mittelgroße bis große Werkstücke in Kleinserien mit komplexen Bearbeitungsfolgen und hohen Anforderungen an die Präzision. In klimatisierten Hallen bearbeitet MBL Großteile mit bis zu 40 Tonnen Gewicht und 12,5 Metern Länge; dazu kommen Stahlbau, mechanische Fertigung, Montage und Qualitätssicherung. Die Kunden stammen aus dem Werkzeugmaschinen- und Anlagenbau, der Antriebstechnik, der Rüstungsindustrie, der Luftfahrt, der Medizintechnik sowie aus Energie und Umwelt. MBL beschäftigt rund 330 Mitarbeitende und gehört zur Mey Group mit Sitz in München. Weitere Informationen unter www.mbl.eu

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