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• Perlon®-Gruppe mit Produktionsstandorten in Deutschland, Polen und China im Rahmen einer globalen Investorenlösung erfolgreich übertragen.
• Trotz tiefgreifender operativer Restrukturierungsmaßnahmen konnten fast 450 der knapp 510 Arbeitsplätze in Deutschland gesichert werden.
• Die weltbekannte Traditionsmarke Perlon® bleibt als Unternehmensgruppe mit langfristiger Fortführungsperspektive erhalten.
• Die Zukunft eines der weltweit führenden Hersteller von synthetischen Filamenten ist damit dauerhaft gesichert.
Die Zukunft eines der weltweit führenden Herstellers von synthetischen Filamenten ist gesichert. Nach intensiven Verhandlungen unter Federführung von SGP Schneider Geiwitz wurde in dem am 1. Oktober 2025 eröffneten gerichtlichen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung der Perlon®-Gruppe ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Mit Wirkung zum 3. Juni 2026 erfolgte der rechtliche Vollzug der Transaktion. Die Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd., ein familiengeführtes Chemieunternehmen aus der Nähe von Shanghai, hat sich in einem weltweiten Investorenprozess erfolgreich gegen nationale und internationale Interessenten durchgesetzt. Der globale Investorenprozess wurde dabei von der M&A-Beratungsfirma Falkensteg gesteuert.
Die entsprechenden Kaufverträge wurden in enger Abstimmung mit den Gläubigerausschüssen und dem Sachwalter Dr. Max Liebig umgesetzt, sodass die operativen Gesellschaften der Gruppe in Deutschland, Polen und China nun in eine neue, finanziell unabhängige Eigentümerstruktur überführt sind. Rund 450 der insgesamt rund 510 Arbeitsplätze in den deutschen Werken der Gruppe konnten hierbei erhalten werden.
Uneingeschränkter Geschäftsbetrieb als Schlüssel zum Erfolg
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Rettung der Unternehmensgruppe war die außergewöhnliche Stabilität im operativen Bereich. Trotz des gerichtlichen Sanierungsverfahrens, das insgesamt sieben deutsche Gesellschaften der Gruppe mit den zentralen Standorten Bobingen, Munderkingen und Wald-Michelbach umfasste, liefen Produktion und Vertrieb in den Werken während der gesamten Monate des Eigenverwaltungsverfahrens ohne größere Einschränkungen und in der gewohnt hohen Qualität weiter. Dies sicherte das Vertrauen der weltweiten Kundenbasis und bot die notwendige Ruhe und Zeit für die Investorengespräche.
„Wir sind sehr froh und erleichtert, dass nach intensiven Verhandlungen eine langfristig tragfähige Lösung für die Perlon®-Betriebe in Deutschland, Polen und China gefunden werden konnte. Unser ganz besonderer Dank gilt dem Perlon-Management und der gesamten Belegschaft für die herausragende Loyalität und die exzellente Mitarbeit in dieser für alle spürbar schwierigen Phase der Insolvenz“, sagt Dr. Markus Mairgünther von SGP Schneider Geiwitz.
Sein Kollege Christian Plail ergänzt: „Es ist für die Region und die betroffenen Industrien von enormer Bedeutung, dass diese starke Marke im globalen Markt erhalten bleiben kann und die traditionsreichen Standorte dauerhaft bestehen bleiben. Mit dem gesamten Sanierungsprozess und dem erzielten Ergebnis sind wir sehr zufrieden.“ Die Restrukturierungsexperten Dr. Markus Mairgünther und Christian Plail haben als Generalhandlungsbevollmächtigte gemeinsam mit dem Managementteam um die Herren Becker, Peter und Lehmann die Sanierung während des gesamten Verfahrens operativ und strategisch gesteuert.
Ein Jahrhundert Innovationsgeschichte
Die Perlon®-Gruppe blickt auf eine tiefe historische Verankerung in der deutschen Textil- und Kunststoffindustrie zurück. Bereits vor mehr als 100 Jahren wurden am Standort Munderkingen Fasern für die Bürstenindustrie produziert. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Unternehmen zu einem der weltweit führenden Hersteller von synthetischen Filamenten für anspruchsvolle industrielle Anwendungen.
Zu den wichtigsten Kunden zählen internationale Unternehmen aus hochspezialisierten Schlüsselbranchen, insbesondere aus der Papierindustrie, der Bürsten- und Consumerindustrie sowie der dentalen Medizintechnik. Die Gruppe hatte zuletzt mit strukturellen Umbrüchen im europäischen Markt für Papiermaschinen-Bespannungen zu kämpfen, in dem die Auslastung innerhalb kürzester Zeit um rund 40 Prozent eingebrochen war, was zusammen mit massiven Energie- und Lohnkostensteigerungen den Restrukturierungsschritt unumgänglich machte.
Komplexe juristische Herausforderung im internationalen Umfeld
Die Käuferseite wurde federführend durch Dr. Jan Hückel, Partner am Düsseldorfer Standort der internationalen Großkanzlei Taylor Wessing, beraten. „Die Beratung der Transaktion war angesichts der verschiedenen Jurisdiktionen und der Verflechtung der sieben insolventen Gesellschaften mit den Auslandstöchtern in Polen und China eine interessante juristische Herausforderung. Dank dem konstruktiven Zusammenwirken sämtlicher an dem Deal Beteiligten hat sie zu dem erfolgreichen Ergebnis geführt“, meint Rechtsanwalt Dr. Hückel.
Langfristige Kontinuität und umfassende Zukunftsinvestitionen
Mit dem neuen Eigentümer wechselt Perlon® in eine Struktur mit dem Fokus auf operative Stabilität und Wachstum. Der Name Perlon® bleibt als weltweite Kernmarke und Identität der Gruppe unverändert bestehen. „Als neuer Gesellschafter stehen wir für langfristige Kontinuität, eine starke internationale Ausrichtung und weiteres profitables Wachstum. Wir setzen bei diesem Engagement klar auf gezielte Zukunftsinvestitionen – insbesondere in modernste Produktionstechnologie, exzellenten Service und eine noch tiefere Internationalisierung unserer Vertriebswege,“ sagt Lianwei Yin, Geschäftsführer der Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd. Co-Geschäftsführer Xiaotao Xia erklärt die strategischen Leitlinien für die kommenden Jahre: „Perlon® wird seine Strukturen und operativen Prozesse künftig konsequent darauf ausrichten, unsere Kunden weltweit noch verlässlicher zu bedienen und die globale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.“
Durch den Vollzug der Kauf- und Übertragungsverträge wurde ein entscheidender Meilenstein in den Eigenverwaltungsverfahren erreicht. „Ich bin erfreut über diesen überaus positiven Ausgang des Investorenprozesses und die gefundene Zukunftslösung für die Traditionsgruppe. Die stets konstruktive, professionelle und lösungsorientierte Zusammenarbeit aller Beteiligten – von der Eigenverwaltung über den Gläubigerausschuss bis hin zur Käuferseite – war das tragende Fundament für diesen beachtlichen Sanierungserfolg im Interesse der Gläubiger“, betont auch der gerichtlich bestellte Sachwalter Dr. Max Liebig von der Kanzlei LIEBIG Insolvenzverwaltung Restrukturierung abschließend.