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06.08.2026 | | Mitteilung der Pressestelle
comlet Verteilte Systeme GmbH: In schwierigem Marktumfeld kann ein Teil des Software- und System-Spezialisten erhalten werden

• Eigenverwaltungsverfahren wurde am 1. August 2026 formal eröffnet: 33 Arbeitsplätze an den drei Standorten Zweibrücken, Darmstadt und München bleiben mit der jetzt gefundenen Lösung erhalten

• Marktumfeld und wirtschaftliche Risiken sind der Hauptgrund dafür, dass es keine Gesamt-Fortführungslösung geben kann – den betroffenen 43 Mitarbeitenden wird zur Abwendung der Arbeitslosigkeit ein Angebot zum Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft gemacht

• Kunden haben nun die Gewissheit, dass sie die Expertise und den Service von comlet auch weiterhin erhalten

Zweibrücken. Der Geschäftsführung der comlet Verteilte Systeme GmbH und dem Sanierungsgeneralbevollmächtigten Jean-Olivier Boghossian von der Kanzlei DORNBACH ist es in einem schwierigen Marktumfeld gelungen, eine Lösung für den 2001 gegründeten Zweibrücker Software- und System-Spezialisten zu finden. Damit bleiben die bisherigen Standorte Zweibrücken, Darmstadt und München und 33 Arbeitsplätze erhalten. Die Geschäftsführung hat die Belegschaft von comlet bereits über die aktuelle Entwicklung informiert. Die Kunden haben nun die Gewissheit, dass sie weiterhin auf die Expertise und den Service von comlet setzen können.

Positiv in die Zukunft schauen

„Es freut mich sehr, dass sich unser Einsatz in den vergangenen Monaten gelohnt hat, und comlet und zumindest ein Teil der Belegschaft positiv in die Zukunft schauen können. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie derzeit ist das definitiv ein Erfolg“, zeigt sich Jean-Olivier Boghossian überzeugt. „Gleichzeitig ist mir natürlich bewusst, dass dieses Umfeld und die damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken auch der Hauptgrund dafür sind, dass es keine Gesamt-Fortführungslösung geben kann. Das bedeutet, dass wir uns von den betroffenen 43 Kolleginnen und Kollegen leider trennen müssen. Denn eine Fortführung unter Aufrechterhaltung aller Arbeitsverhältnisse ist aus wirtschaftlichen und insolvenzrechtlichen Gründen infolge der Umsatzrückgänge mit dem bisherigen größten Kunden nicht möglich. Das bedauere ich sehr, die Entscheidung ist aufgrund der anhaltenden Verluste aber alternativlos.“ Die betroffenen Mitarbeitenden erhalten die Möglichkeit, zum 1. September für bis zu vier Monate (bis zum Jahreswechsel) in eine sogenannte Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln. Zudem bekommen sie Unterstützung bei der Bewerbung für neue Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen – etwa, indem ihnen ein direkter Übergang in einen neuen Job ermöglicht und der bisherige Arbeitsvertrag auf Wunsch schneller beendet wird.

Investitionszurückhaltung in vielen Branchen

Bereits kurz nach dem Start des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens Anfang Mai 2026 haben Boghossian und die comlet-Geschäftsführung mit der Suche nach potentiellen Investoren begonnen. „Dass comlet für hohe Innovationskraft und tiefgehende technologische Expertise in den Bereichen Embedded Systems, Connectivity und IoT steht, stand in keinem dieser Gespräche in irgendeiner Form in Frage“, bestätigt der Sanierungsgeneralbevollmächtigte. Der Sachwalter ergänzt vor dem Hintergrund einer Vielzahl von ihm begleiteten ähnlichen Verfahren, dass es jedoch in wichtigen Branchen wie Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, Nutzfahrzeuge sowie Energie- und Infrastruktur nach wie vor eine rückläufige Investitionsbereitschaft gab und gibt und es nicht absehbar ist, wann sich die wirtschaftlichen Perspektiven wieder bessern.

Eigenverwaltungsverfahren könnte noch vor dem Jahreswechsel abgeschlossen werden

Das Amtsgericht Zweibrücken hat antragsgemäß und auf Grundlage des Sachverständigerngutachtens des bisherigen vorläufigen Sachwalters Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun das Eigenverwaltungsverfahren am 1. August 2026 formal eröffnet und den vorläufigen Sachwalter zum Sachwalter bestellt. Der vorläufige Gläubigerausschuss wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung als Gläubigerausschuss bestätigt.

Zum 1. September 2026 ist vorgesehen, dass im Rahmen eines Asset Deals (übertragende Sanierung) ein Investor aus dem Umfeld zweier bisheriger Gesellschafter den restrukturierten Geschäftsbetrieb und die rund 30 verbleibenden Mitarbeitenden der bisherigen comlet mit einer neuen Gesellschaft übernimmt. Im weiteren Verlauf soll dann die bisherige comlet-Gesellschaft abgewickelt werden, die dann nur noch als „operativ leere Hülle“ existiert. Diese Lösung soll rechtlich durch die Erstellung und Abstimmung eines entsprechenden Abwicklungsplans umgesetzt werden, über den die Gläubiger im Herbst abstimmen werden. Ihre Zustimmung und die Bestätigung des Gerichts vorausgesetzt, könnte das Verfahren bereits vor dem Jahreswechsel formal abgeschlossen werden.

Über die comlet Verteilte Systeme GmbH:

Seit der Gründung im Jahr 2001 steht comlet für hohe Innovationskraft und tiefgehende technologische Ex-pertise in den Bereichen Embedded Systems, Connectivity und IoT. Das Unternehmen entwickelt anspruchs-volle Software- und Systemlösungen für komplexe, vernetzte Infrastrukturen und begleitet seine Kunden ganzheitlich von der Architektur über die Implementierung bis zum Betrieb. Ein besonderer Fokus liegt auf der intelligenten Integration und Weiterentwicklung bestehender Systemlandschaften, um Daten aus Altsystemen nutzbar zu machen und in moderne, skalierbare Plattformen zu überführen. Mit einem ausgeprägten Verständnis für industrielle Prozesse und Technologien treibt comlet die digitale Transformation seiner Kunden voran und schafft nachhaltige, zukunftssichere Lösungen für datengetriebene Geschäftsmodelle.

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