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Taufkirchen (Vils), 17. September 2026 – Die himolla Polstermöbel GmbH hat einen zentralen Schritt ihrer Restrukturierung abgeschlossen. Am 15. September 2026 haben Unternehmen und Betriebsrat einen Interessenausgleich unterzeichnet. Damit ist die personelle Umsetzung des Sanierungskonzepts geregelt. Das Unternehmen befindet sich seit Ende Juni 2026 in einem Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung vor dem Amtsgericht Landshut; am 1. September 2026 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet.
Auslöser der Restrukturierung sind der anhaltende Rückgang der Möbelnachfrage, die schwache Bautätigkeit und der preisaggressive Wettbewerb aus Niedriglohnländern. Der deutsche Standort ist auf ein Absatzvolumen ausgelegt, das der Markt dauerhaft nicht mehr hergibt.
Der Interessenausgleich sieht den Abbau von 175 der derzeit 714 Stellen am Standort Taufkirchen vor. Rund 540 Arbeitsplätze bleiben damit erhalten. Damit fällt der Abbau deutlich geringer aus als zu Beginn der Verhandlungen befürchtet.
„Mit dem Interessenausgleich ist die schwierigste Etappe der operativen Sanierung geregelt. Wir bringen die Kapazitäten und die Kostenbasis am deutschen Standort wieder mit der Nachfrage in Einklang. Der Markt für Polstermöbel befindet sich in einem strukturellen Tief. Wir müssen himolla so aufstellen, dass es in diesem schwierigen Umfeld bestehen kann“, sagt Tillmann Peeters, Sanierungsgeschäftsführer der himolla Polstermöbel GmbH.
Über den Sozialplan verhandeln Unternehmen und Betriebsrat derzeit. Die Belegschaft wurde heute über den Stand der Umsetzung informiert; die Kündigungen werden ab sofort ausgesprochen. „Der Betriebsrat hat hart in der Sache verhandelt und dabei die Belegschaft nie aus dem Blick verloren. Dafür gilt ihm unser Respekt“, sagt Mathias Leon Schneider, Generalbevollmächtigter der Eigenverwaltung.
Der Sanierungsprozess wird vom gerichtlich bestellten Sachwalter Arndt Geiwitz (SGP Schneider Geiwitz) begleitet. Geiwitz äußert sich zum geschlossenen Interessenausgleich: „Wir begleiten das Verfahren seit Beginn eng und waren stets über den Stand der Verhandlungen informiert. Der Einschnitt ist hart, er ist aber die Voraussetzung dafür, dass himolla saniert werden kann – und er ist mit dem gebotenen Augenmaß gegenüber der Belegschaft umgesetzt worden.“
Zukunftskonzept: Entwicklung, Vorfertigung und Vertrieb in Bayern, Fertigungstiefe neu geordnet
Grundlage der Maßnahmen ist ein Konzept, das den deutschen Standort auf die Bereiche konzentriert, die den Markenkern von himolla ausmachen: Design, Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb sowie die technisch anspruchsvolle Vorfertigung. Die Endfertigung in Taufkirchen entfällt; die Serienfertigung wird an den bestehenden Werken der Gruppe in Ungarn und der Slowakei gebündelt. Beide Werke gehören seit Jahren zum himolla-Produktionsverbund und fertigen nach denselben Qualitätsvorgaben. Produktentwicklung, Konstruktion und Qualitätssicherung bleiben in Taufkirchen und steuern die Fertigung an allen Standorten der Gruppe.
„Wir bauen himolla auf eine Struktur um, die auch dann trägt, wenn der Markt vorerst nicht wieder anzieht“, sagt Dr. Manfred Ziegler, Geschäftsführer der himolla Polstermöbel GmbH. „himolla steht für Sitzkomfort, Qualität, Design und technische Innovation. Diesen Markenkern haben wir über Jahrzehnte entwickelt. Genau diese Kompetenz bleibt in Taufkirchen. Dass wir dafür Arbeitsplätze abbauen müssen, ist die schmerzhafteste Entscheidung dieses Verfahrens – sie sichert dem Unternehmen aber eine Perspektive, die es sonst nicht hätte.“
Geschäftsbetrieb und Lieferfähigkeit gesichert
Der Geschäftsbetrieb läuft ohne Einschränkung weiter. Aufträge werden angenommen und ausgeliefert, Gewährleistungsansprüche und die Ersatzteilversorgung bleiben in vollem Umfang bestehen. Die Zusammenarbeit mit Handelspartnern und Lieferanten wird unverändert fortgeführt. Die Verlagerung der Serienfertigung erfolgt schrittweise, sodass die Lieferfähigkeit im Übergang durchgängig sichergestellt bleibt.
„Unsere Kunden, Lieferanten und Vertriebspartner haben uns in den vergangenen Monaten die Treue gehalten. Das ist in einer solchen Lage alles andere als selbstverständlich“, sagt Ziegler. „Dafür danken wir ausdrücklich. Dieses Vertrauen zahlen wir zurück – mit Lieferfähigkeit, mit Qualität und mit Produkten, die den Namen himolla verdienen.“
Die Sanierung wird von einem Team der FalkenSteg Restructuring GmbH um Sanierungsgeschäftsführer Tillmann Peeters und den Generalbevollmächtigten Mathias Leon Schneider begleitet; die rechtliche Beratung liegt bei DMR Rechtsanwälte; arbeitsrechtlich wird das Unternehmen von Dr. Susanna Stöckert, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht (Vielmeier Arbeitsrecht), beraten. Friedrich Schindele (Arbeitsrechtskanzlei Schindele Gerstner & Collegen) hat den Betriebsrat rechtlich begleitet. Sachwalter des Verfahrens ist Dipl.-Kfm. Arndt Geiwitz (SGP Schneider Geiwitz).