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- Geschäftsbetrieb läuft weiter - Suche nach einem Investor durch Investorenprozess -
- Ziel ist nachhaltige Sanierung -
Illertissen, den 17. März 2026. Der Arzneimittelhersteller R-Pharm Germany GmbH mit Sitz in Illertissen hat beim zuständigen Amtsgericht Neu-Ulm die Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt. Mit Beschluss vom 12. März 2026 bestellte das Gericht Rechtsanwalt Markus Fröhlich von der Kanzlei FRÖHLICH Rechtsanwälte Insolvenzverwalter Steuerberater zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Die R-Pharm Germany GmbH, die auf eine seit 1849 bestehende Firmengeschichte zurückblickt, entwickelt, produziert und versendet Arzneimittel für Kunden in rund 150 Ländern weltweit.
Belegschaft auf Betriebsversammlung informiert
Der Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Arzneimittelherstellers am Standort Illertissen läuft trotz des vorläufigen Insolvenzverfahrens eingeschränkt weiter. Die Belegschaft wurde heute im Rahmen einer Betriebsversammlung von dem vorläufigen Insolvenzverwalter Markus Fröhlich über die aktuelle Situation sowie die nächsten Schritte informiert. Der vorläufige Insolvenzverwalter kümmert sich derzeit um die Sicherstellung der Löhne und Gehälter der rund 300 Beschäftigten über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung.
Suche über nachhaltige Zukunftslösung
Der Arzneimittelhersteller verfügt über eine lange Tradition in der Entwicklung wirksamer Arzneimittelprodukte, hoch moderne Produktionsanlagen und ein gut qualifiziertes sowie engagiertes Team. Nun wird der vorläufige Insolvenzverwalter - trotz schwieriger Rahmenbedingungen aufgrund der bereits fortgeschrittenen Krisensituation im Unternehmen - alle Sanierungsoptionen ausloten, um für das Traditionsunternehmen eine nachhaltige Perspektive für den Standort sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen.
Guter Ruf und nachgefragte Arzneimittelprodukte
Der Sanierungsexperte Markus Fröhlich und sein Team verschaffen sich derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens. Parallel dazu führt er Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Geschäftspartnern, um den laufenden Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und fortzuführen. „Der Arzneimittelhersteller genießt in der Branche einen guten Ruf, stellt im Markt nachgefragte Arzneimittelprodukte her und verfügt über einen internationalen Kundenstamm. Das sind grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung, wenngleich die Ausgangssituation sicherlich nicht einfach ist“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Markus Fröhlich.
Nachhaltige Zukunftslösung angestrebt
Nach einer ersten Analyse sieht der vorläufige Insolvenzverwalter Chancen für eine Zukunftslösung. „Unser Ziel ist es, im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses einen starken Partner zu finden, der das Unternehmen langfristig stabilisiert und den Standort Illertissen weiterentwickelt“, so Fröhlich.
Investorenprozess wird vorbereitet
Ziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens ist eine sogenannte übertragende Sanierung. Nun soll ein strukturierter Investorenprozess unverzüglich über ein renommiertes M&A-Beratungsunternehmen gestartet werden. Bereits jetzt haben sich erste Interessenten gemeldet, die sich für den Pharmahersteller und seine Produktionskapazitäten interessieren. Im Fokus stehen hier insbesondere die technologische Ausstattung, der internationale Kundenstamm und die qualifizierte Belegschaft.
Hintergrund der wirtschaftlichen Situation
Die Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegen vor allem im Gesellschafterkreis des Unternehmens, der einem russischen Konsortium angehört. Infolge internationaler Russland-Sanktionen kam es zunehmend zu Unsicherheiten bei Kunden und Geschäftspartnern, was sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirkte. Bereits im Herbst 2024 hatte es Medienberichte über mögliche Veränderungen in der Eigentümerstruktur und einen Verkauf gegeben. Durch die Einleitung des Insolvenzverfahrens könnte der angestrebte Verkauf des Unternehmens erleichtert werden.
Konstruktive Zusammenarbeit mit Betriebsrat und Gewerkschaft
Torsten Falke, Bezirksleiter der zuständigen Branchengewerkschaft IGBCE aus Augsburg, bestätigt die massiven sanktionsbedingten Einschränkungen, die aber beidseitig von EU und der Russischen Regierung verhängt wurden. Aus Russland sei es so gut wie unmöglich geworden, einen gesicherten Geldfluss zu generieren. Torsten Falke verbindet mit einem geordneten Insolvenzverfahren und einem ambitionierten, professionellen M&A Verfahren die Hoffnung, dass die Mitarbeiter, die seit Monaten ihre Löhne und Gehälter immer wieder verspätet erhielten, endlich eine positive Zukunft bekämen. „Wir werden gemeinsam mit dem Betriebsrat und dem Insolvenzverwalterteam eng zusammenarbeiten, damit eine schnelle und gute Lösung erzielt werden kann“, sagt Torsten Falke.
Über R-Pharm Germany GmbH
Die R-Pharm Germany GmbH mit Sitz in Illertissen ist ein traditionsreicher Arzneimittelhersteller mit Wurzeln bis ins Jahr 1849. Das Unternehmen entwickelt, produziert und verpackt pharmazeutische Produkte für internationale Märkte. Am Standort Illertissen arbeiten rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Entwicklung, Produktion, Verpackung, Qualitätssicherung und Verwaltung. Von dort aus werden Arzneimittel für Kunden in rund 150 Ländern weltweit vertrieben. Mit modernen Produktionsanlagen, hohen Qualitätsstandards und internationaler Ausrichtung zählt das Unternehmen zu den etablierten Pharma-Produktionsstandorten in Süddeutschland.
Über FRÖHLICH Rechtsanwälte Insolvenzverwalter Steuerberater
Rechtsanwalt Markus Fröhlich ist Gründer und Namensgeber der Wirtschafts- und Insolvenzrechts-kanzlei FRÖHLICH Rechtsanwälte Insolvenzverwalter Steuerberater. Die Kanzlei ist mit Büros in Friedrichshafen, München, Neu-Ulm und Stuttgart vertreten. Markus Fröhlich hat sich als Sanierungsexperte einen Namen bei der erfolgreichen Restrukturierung von Unternehmen außerhalb und innerhalb von gerichtlichen Sanierungsverfahren erworben. Weitere Informationen unter: www.froehlich-rae.de