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01.10.2026 | | Mitteilung der Pressestelle
Ernst Jäger Kunststoffverpackung GmbH erfolgreich saniert – Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung aufgehoben

– Das Traditionsunternehmen aus Haan geht gestärkt aus der Eigenverwaltung hervor

– Gläubiger erhalten mit 22 Prozent eine weit überdurchschnittliche Quote

– Alle 15 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Haan/Düsseldorf, 1. Oktober 2026. Die Sanierung der Ernst Jäger Kunststoffverpackung GmbH aus Haan ist erfolgreich abgeschlossen. Das Amtsgericht Wuppertal hat das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mit Beschluss vom 30.09.2026 aufgehoben. Zuvor hatten die Gläubiger dem von der Geschäftsführung gemeinsam mit ihren Beratern erarbeiteten Insolvenzplan einstimmig zugestimmt. Das Gericht hatte den Plan am 01.09.2026 bestätigt. Damit ist das im Jahr 1981 gegründete Traditionsunternehmen sowohl bilanziell als auch operativ saniert und kann seinen Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fortsetzen.

Weit überdurchschnittliche Gläubigerquote von 22 Prozent

Kernstück des Insolvenzplans ist eine Einmalzahlung an die ungesicherten Gläubiger in Höhe von 22 Prozent ihrer festgestellten Forderungen. Dieses Ergebnis übertrifft die in Regelinsolvenzverfahren üblichen Quoten von zumeist wenigen Prozentpunkten deutlich und liegt auch über dem Wert, der in einer Zerschlagung des Unternehmens erzielbar gewesen wäre. Die Auszahlung erfolgt binnen sechs Wochen nach Aufhebung des Verfahrens im Rahmen einer Einmalzahlung.

Sanierung aus eigener Kraft

Die Ernst Jäger Kunststoffverpackung GmbH hatte am 16. August 2024 einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt; das Amtsgericht Wuppertal ordnete die vorläufige Eigenverwaltung am 22. August 2024 an und eröffnete das Verfahren am 1. November 2024. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Marco Kuhlmann, Wuppertal, bestellt. Der Geschäftsbetrieb lief während des gesamten Verfahrens uneingeschränkt weiter und die Kunden wurden durchgehend in gewohnter Qualität beliefert.

Im Rahmen des Verfahrens wurde das Unternehmen umfassend restrukturiert. Die Kostenbasis wurde deutlich reduziert und die internen Prozesse – insbesondere Controlling, Liquiditätsplanung und Reporting – wurden neu aufgesetzt und professionalisiert. Ein wesentlicher Baustein der Planfinanzierung war der Verkauf des Betriebsgrundstücks in der Siemensstraße im Februar 2026. Das Unternehmen bleibt als Mieter am angestammten Standort in Haan und konnte aus dem Verkaufserlös sowohl die besicherte Bankforderung vollständig ablösen als auch einen erheblichen Beitrag zur Gläubigerbefriedigung generieren. Alle 15 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Stimmen zum Verfahren

„Die vergangenen zwei Jahre haben uns als Unternehmen und als Team viel abverlangt. Umso mehr freue ich mich, dass wir die Sanierung aus eigener Kraft geschafft haben – mit einem Ergebnis, das sich für alle Beteiligten sehen lassen kann. Mein Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Kunden und Lieferanten, die uns in dieser Zeit die Treue gehalten haben, sowie unseren Gläubigern für ihr Vertrauen in unseren Weg", sagt Andreas Jäger, geschäftsführender Gesellschafter der Ernst Jäger Kunststoffverpackung GmbH.

„Eine Quote von 22 Prozent, ausgezahlt in einem Betrag kurz nach Verfahrensaufhebung, ist ein außergewöhnlich gutes Ergebnis. Es zeigt, was die Eigenverwaltung leisten kann, wenn Geschäftsführung, Sachwaltung und Gläubiger konstruktiv zusammenarbeiten", ergänzt Rechtsanwalt Stefan Eßer von BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte, der das Unternehmen während des Verfahrens als Handlungsbevollmächtigter begleitet hat.

„Entscheidend war, dass wir die Ertrags- und Liquiditätssituation früh stabilisiert und dem Unternehmen mit einer belastbaren Planung wieder eine klare Perspektive gegeben haben. Ernst Jäger ist heute operativ profitabel aufgestellt und kann die Chancen des Marktes wieder aus einer Position der Stärke nutzen", so Tobias Binöder von der plenovia GmbH in Düsseldorf, die die Sanierung betriebswirtschaftlich verantwortet hat.

„Ich freue mich insbesondere über das gute Ergebnis für die Gesamtgläubigerschaft. Die Sanierung mittels Insolvenzplan zeigt neben einer zielgerichteten und nachhaltigen Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen abermals ein erfreuliches Gesamtbild für alle Verfahrensbeteiligten. Ich wünsche der Geschäftsleitung sowie auch der gesamten Belegschaft für die Zukunft alles Gute“, erklärt der Sachwalter Marco Kuhlmann.

Über die Ernst Jäger Kunststoffverpackung GmbH

Die Ernst Jäger Kunststoffverpackung GmbH mit Sitz in Haan im Rheinland ist seit 1981 Partner der Industrie für Verpackungstechnik und Verpackungslösungen. Das Produkt- und Leistungsspektrum umfasst Umreifungsmaschinen, Palettenwickler, Fördertechnik sowie Transport- und Verpackungslinien, Kunststoff-Umreifungsbänder, Papierpolstersysteme, Stretchfolien und Transporthilfen. Zu den Kunden zählen namhafte nationale Unternehmen aus Handel und Industrie.

Rechtliche und betriebswirtschaftliche Beratung im Verfahren

Das Unternehmen wurde im Verfahren rechtlich von BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte und betriebswirtschaftlich von der plenovia GmbH, beide mit Hauptsitz in Düsseldorf, begleitet. Sachwalter war Rechtsanwalt Marco Kuhlmann, Wuppertal. Juristischer Berater Stefan Eßer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Düsseldorf

Betriebswirtschaftlicher Berater Tobias Binöder, Manager Finance, plenovia GmbH, Düsseldorf

Sachwalter Marco Kuhlmann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht KKN Rechtsanwälte PartG mbB, Düsseldorf

Über BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte

Die Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (BBR) ist eine der führenden Wirtschaftskanzleien in Deutschland. Sie ist spezialisiert auf Insolvenzrecht, Sanierung, Restrukturierung und Insolvenzverwaltung mit dem Ziel der nachhaltigen Sanierung von Unternehmen und unternehmerisch tätigen Einzelkaufleuten. Von sechs Standorten aus – mit Hauptsitz in Düsseldorf – betreut BBR mittelständische Unternehmen in ganz Deutschland. In interdisziplinären Teams aus Juristen, Betriebswirten und Ingenieuren entwickelt die Kanzlei in Zusammenarbeit mit ihrer Schwestergesellschaft, der plenovia GmbH, ganzheitliche Lösungen, die rechtlich, steuerrechtlich und betriebswirtschaftlich ineinandergreifen. BBR hat bereits mehr als 300 Unternehmen im Rahmen des ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) und mehr als 30 Unternehmen im Rahmen des StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) erfolgreich begleitet.

Über plenovia

plenovia erarbeitet als Unternehmensberatung umfassende Lösungen für mittelständische Unternehmen in wirtschaftlichen Krisensituationen. Das Beratungsportfolio reicht im Gesamtspektrum der betriebswirtschaftlichen und leistungswirtschaftlichen Restrukturierung und Sanierung von der Gutachtenerstellung nach IDW S6 oder einem Independent Business Review (IBR) über die neuen gesetzlichen Verfahren der Sanierungsmoderation und des Restrukturierungsverfahrens nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) bis hin zum Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung nach dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG). Schwerpunkte sind neben der Eigenverwaltungsplanung die Bereiche Finance und Operations.

Über Kreplin Kuhlmann Nasser Rechtsanwälte

Die KKN Rechtsanwälte PartG mbB ist spezialisiert auf die professionelle Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung krisengefährdeter Unternehmen. Sie gehört zu den 30 führenden Insolvenzverwalterkanzleien in Deutschland und verfügt über branchenübergreifende Erfahrung aus bislang mehr als 15.000 Insolvenzverfahren.

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