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19.06.2024 | | Mitteilung der Pressestelle
Gerichtliche Sanierung der Berlin Textil GmbH Textilveredler soll mithilfe von Investor langfristig neu aufgestellt werden

(Berlin, 18. Juni 2024) Mit Beschluss vom 29. Mai 2024 hat das Amtsgericht Charlottenburg dem Antrag der Geschäftsführung der Berlin Textil GmbH stattgegeben und eine gerichtliche Sanierung im Regelverfahren angeordnet. Dabei wurde Rechtsanwalt Dr. Nils Freudenberg von der Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung I Restrukturierung zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir BerlinTextil aus seiner Schieflage herausführen können, denn es verfügt über ein gutes Angebotsportfolio, einen breiten Kundenstamm und eine hohe Spezialisierung. Gemeinsam mit einem geeigneten Partner werden wir hier eine Lösung für eine langfristige Perspektive des Unternehmens und seiner Mitarbeiter finden. Daher haben wir frühzeitig mit der Investorensuche begonnen“, erklärt Rechtsanwalt Freudenberg. Der entsprechende M&A-Prozess wird von der der ADWIN Consulting GmbH verantwortet. Deren Experten werden gezielt geeignete Interessenten aus der Textilbranche ansprechen.

Die Voraussetzungen für die Neuaufstellung von BerlinTextil sind derweil gut: So läuft der Geschäftsbetrieb trotz des eingeleiteten Verfahrens uneingeschränkt weiter. Kunden, Mitarbeiter und Partner wurden über die Lage informiert und stehen zum Unternehmen. Zudem sind die Löhne und Gehälter der Belegschaft durch das vorfinanzierte Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Neben der Investorensuche wird es nun darum gehen, die Produktkalkulation des Unternehmens zu prüfen und Potenziale für Kosteneinsparungen aufzudecken.

Familiäre Gründe und schwierige Gesamtwirtschaft verursachten Schieflage

Der Berliner Textilveredler bedient seit über 15 Jahren Firmen- und Endkunden mit Textildrucken, Textilstickereien, Laserbranding und anderen Angeboten. Zu den B2B-Kunden gehören große internationale Musiklabels ebenso wie Merchandise-Anbieter. Das Unternehmen ist dynamisch gewachsen und hat sich über die Jahre einen Namen bei seinen Kunden gemacht. Dennoch geriet es infolge familiärer Gründe und der nur langsamen Erholung der Veranstaltungs- und Merchandise-Branche nach Corona, der Billig-Konkurrenz aus Fernost und der gesamtwirtschaftlichen Rezession in eine schwierige Lage. Die Liquiditätssituation konnte außergerichtlich nicht mehr verbessert werden, weshalb der Geschäftsführer pflichtgemäß und folgerichtig eine gerichtliche Sanierung anmeldete. Der vorläufige Insolvenzverwalter rechnet mit einer Eröffnung des derzeit vorläufigen Verfahrens Anfang August.

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