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02.10.2026 | | Mitteilung der Pressestelle
Traditionsunternehmen JL Goslar im Schutzschirmverfahren erfolgreich saniert

Goslar, 2. Oktober 2026. Die Sanierung der JL Goslar GmbH ist erfolgreich abgeschlossen. Das Bleiverarbeitungsunternehmen hat gemeinsam mit den Sanierungsberatern einen Insolvenzplan erstellt. In der vergangenen Woche stimmten die Gläubiger im Erörterungs- und Abstimmungstermin einstimmig zu. Der Plan wurde durch das Amtsgericht Goslar bestätigt und ist mittlerweile rechtskräftig. Das Unternehmen kann das Schutzschirmverfahren hinter sich lassen, wieder eigenverantwortlich handeln und positiv in die Zukunft blicken.

JL-Geschäftsführer Christopher Gremmel hat damit gemeinsam mit dem Verfahrensbevollmächtigten Dr. Jörg Grau von Heublein Grau Rechtsanwälte, der den Insolvenzplan erstellt hat, eine Zukunftslösung erreicht. Auch der Sachwalter Torsten Gutmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleitet, begrüßt das Ergebnis.

Christopher Gremmel erklärt: „Die vergangenen drei Monate waren intensiv und haben uns allen viel abverlangt. Umso schöner ist es, dass sich die gemeinsame Arbeit gelohnt hat und unser Traditionsbetrieb das Verfahren so schnell verlassen kann. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken.“

Die gute Nachricht für die Kunden: JL Goslar wird auch künftig das gesamte Produktspektrum anbieten. Das Unternehmen ist seit mehr als 100 Jahren am Produktionsstandort Goslar als Experte für die Verarbeitung von Blei, Zinn und deren Legierungen bekannt. Die Mitarbeiter stellen technologische Spezialprodukte für die internationale Industrie her. JL Goslar fokussiert sich auch in Zukunft auf die Geschäftssegmente Strahlenschutz, Apparatebau und Anoden für die Metallgewinnung.

Vereinfachung der Strukturen und Reduktion der Kosten

Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung ist die Anpassung der Kapazitäten an die Marktgegebenheiten und die künftig erwartete Nachfrage. Daher wurde mit dem Betriebsrat ein Konzept zur personellen Restrukturierung vereinbart. Dieses beinhaltet den Abbau von 27 Arbeitsplätzen im Rahmen eines Interessenausgleichs und Sozialplans. Das Unternehmen musste 8 Mitarbeitern kündigen, 19 Mitarbeiter wechseln in eine Transfergesellschaft, die eine Laufzeit von sechs Monaten hat und Qualifizierungsmaßnahmen vorsieht. Im Unternehmen sind künftig 82 Mitarbeiter angestellt.

Der Insolvenzplan sieht zudem eine Verschmelzung der 100-prozentigen Tochtergesellschaft JL Goslar Anoden GmbH mit der Muttergesellschaft zum 31. Dezember 2026 vor. Dadurch werden die Strukturen vereinfacht und Kosten gesenkt. Die bislang ausgelagerten Teile des Anodengeschäfts werden wieder nach Goslar integriert. Durch die Rückverlagerung der Produktion wird das Betriebsgrundstück im 25 Kilometer entfernten Ilsenburg nicht mehr benötigt und kann im Interesse der Gläubiger veräußert werden. Die schlankeren Strukturen und niedrigeren Kosten tragen dazu bei, wieder profitabel zu wirtschaften. Bei der der JL Goslar Anoden GmbH arbeiten 12 Mitarbeiter, die künftig bei der Muttergesellschaft beschäftigt sind; damit erhöht sich die Mitarbeiteranzahl im Jahr 2027 auf 94 Beschäftigte.

Sanierung innerhalb von drei Monaten

Die Restrukturierung unter dem Schutzschirm erfolgte in einem Rekordtempo. Der Verfahrensbevollmächtigte und Generalhandlungsbevollmächtigte Dr. Jörg Grau sagt: „Die Umsetzung der Maßnahmen ist in sehr kurzer Zeit gelungen. Das war nur möglich, weil alle Beteiligten sehr gut zusammengearbeitet haben. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist leider unvermeidbar. Wir haben gemeinsam die notwendigen Schritte umgesetzt, sodass das Unternehmen wirtschaftlich gut für die Zukunft aufgestellt ist.“

Die JL Goslar GmbH hatte am 25. Juni 2026 beim Amtsgericht Goslar das Schutzschirmverfahren beantragt. Am 1. September 2026 wurde Verfahren eröffnet und bereits am 25. September 2026 erfolgte der Erörterungs- und Abstimmungstermin. Das bedeutet: innerhalb von nur drei Monaten ist die Sanierung mit der Insolvenzplanlösung abgeschlossen. Die Erfüllung des Plans wird Sachwalter Torsten Gutmann überwachen. Der Rechtsanwalt sagt: „Die Zustimmung der Gläubiger zum Insolvenzplan ist ein starkes Signal. Wir sind in den vergangenen Monaten sehr schnell vorangekommen. Dazu haben die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und die konstruktive Begleitung durch das Amtsgericht Goslar wesentlich beigetragen. Das Unternehmen ist nun gut aufgestellt. Zugleich können die Interessen der Gläubiger angemessen berücksichtigt werden.“

Im Team von Heublein Grau Rechtsanwälte arbeiten der Verfahrensbevollmächtigte Dr. Jörg Grau, Betriebswirtin Verena Bischof und Rechtsanwalt Johannes Graner.

Im PLUTA Team arbeiten Sachwalter Torsten Gutmann, Rechtsanwalt Sören Werhahn und Bastian Ludwig.

Über HEUBLEIN GRAU:

HEUBLEIN GRAU berät Unternehmen, Gesellschafter und Organe in wirtschaftlich herausfordernden Situationen. Unser Fokus liegt auf dem Erhalt von Unternehmen und Werten. Wir verbinden wirtschaftliches Verständnis mit präziser rechtlicher Umsetzung. Unsere Experten verfügen über umfangreiche Erfahrung aus zahlreichen gerichtlichen und außergerichtlichen Sanierungen in unterschiedlichen Branchen. Auch bei komplexen wirtschaftsrechtlichen Rechtsstreitigkeiten setzen wir auf klare und pragmatische Lösungen. Dabei sind wir bundesweit für unsere Mandanten tätig.

https://heublein-grau.de

Über PLUTA:

PLUTA hilft Unternehmen in rechtlich und wirtschaftlich herausfordernden Situationen. Wir unterstützen Unternehmen in allen Phasen des Lebenszyklus – bei Transaktionen, in der Restrukturierung, aber auch durch Sanierung und Fortführung in Krisen oder Insolvenzsituationen. Bei Bedarf übernehmen PLUTA Sanierungsexperten dabei zudem Führungsfunktionen in Unternehmen. Seit Gründung 1982 ist PLUTA stetig gewachsen und beschäftigt heute über 600 Mitarbeiter in Deutschland, Spanien und Italien. Mehr als 300 Kaufleute, Betriebswirte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsjuristen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Ökonomen, Bankfachwirte, Buchhalter, Ingenieure und Fachkräfte für Insolvenzverwaltung, darunter viele mit Mehrfachqualifikationen, sorgen für praktikable, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. PLUTA gehört zur Spitzengruppe der Restrukturierungsgesellschaften, was Rankings und Auszeichnungen von WirtschaftsWoche, Focus, Handelsblatt, brand eins, INDat, JUVE, The Legal 500 und Lexology Index belegen. Weitere Informationen unter www.pluta.net.

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